Bergefahrzeug der Höhl Gruppe bei Nacht auf dem beleuchteten Betriebshof in Mannheim

Auto überbrücken ohne zweites Fahrzeug – so geht es

Die Batterie ist leer, der Motor startet nicht, und kein zweites Auto ist in Sicht. Dann helfen mobile Starthilfegeräte – auch Jump-Starter oder Akku-Booster genannt. Wie sie funktionieren, worauf Sie achten müssen und wann Sie besser den Pannendienst rufen.

Eine entladene Batterie ist einer der häufigsten Gründe, warum unsere Pannenhelfer im Rhein-Neckar-Kreis und der Vorderpfalz sowie Umgebung ausrücken – besonders an kalten Wintermorgen und nach längeren Standzeiten. Mobile Starthilfegeräte sind darauf ausgelegt, Ihrem Fahrzeug kurzfristig die Energie zu liefern, die der Anlasser braucht. Richtig eingesetzt sind sie eine praktische Lösung. Falsch eingesetzt können sie die Bordelektronik beschädigen. Dieser Ratgeber zeigt den sicheren Weg.

Autobatterie überbrücken: Woher stammt die Energie für die Starthilfe?

Früher ließ sich ein Auto ohne externe Stromquelle starten – durch Anschieben. Für moderne Fahrzeuge ist diese Methode meist nicht mehr geeignet. Springt der Motor nicht an, kann unverbrannter Kraftstoff in den Katalysator gelangen und ihn beschädigen. Außerdem brauchen heutige Motoren – Benziner wie Diesel – für Steuergerät, Einspritzung und Zündung ohnehin Strom; ist die Batterie völlig leer, hilft auch Anschieben nicht.

Hinzu kommt: Anschieben funktioniert nur bei Fahrzeugen mit Schaltgetriebe. Automatikfahrzeuge lassen sich so nicht starten. Und auf stark befahrenen Straßen ist das Anschieben riskant, an Steigungen nahezu unmöglich.

In den meisten Fällen wird deshalb eine externe Stromquelle benötigt. Ist kein zweites Auto mit Starthilfekabel verfügbar, kommen mobile Starthilfegeräte zum Einsatz. Diese tragbaren Akkus – auch Powerbank, Akku-Booster oder Jump-Starter genannt – liefern kurzfristig genug Energie, um den Motor in Gang zu setzen.

Je nach Fahrzeugtyp unterscheidet sich die benötigte Spannung: Pkw und die meisten Motorräder arbeiten mit 12 Volt, nur sehr alte Motorräder mit 6 Volt, Lkw mit 24 Volt. Verwenden Sie unbedingt ein Gerät mit der passenden Spannung, um Schäden zu vermeiden. Ein Blick in die Betriebsanleitung ist ratsam, denn nicht jedes Auto ist für Starthilfe geeignet. Besonders Hybrid- und Elektrofahrzeuge können empfindlich auf Spannungsspitzen reagieren; viele Hersteller schreiben hier eigene Fremdstartpunkte vor.

Ein Starthilfegerät ist eine sinnvolle Investition, sollte aber vorab in Ruhe verstanden und getestet werden. In einer Pannensituation steht man unter Zeitdruck – wer die Anwendung schon kennt, macht weniger Fehler. Bestehen Unsicherheiten oder gelingt die Starthilfe nicht, ist der Pannendienst immer die richtige Wahl.

Mobile Starthilfe: Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Anwendung

Auch wenn Ihr Fahrzeug für Starthilfe geeignet ist, gehen Sie mit Vorsicht vor – Sicherheit hat Vorrang. Je nach Ort der Panne müssen Sie zuerst sich selbst und das Fahrzeug absichern. Warndreieck und Warnweste gehören zur Pflichtausstattung jedes Fahrzeugs – nutzen Sie sie.

Stellen Sie das Warndreieck mit ausreichend Abstand an einer gut sichtbaren Stelle auf. Stehen Sie in einer Kurve oder Senke, gehört es vor die Kurve oder Kuppe, damit andere Verkehrsteilnehmer früh gewarnt werden. Eine falsche Platzierung nützt niemandem und kann gefährlich werden – vor allem für Sie selbst.

Wo Sie stehenAbstand des Warndreiecks
Innerortsetwa 50 Meter
Landstraßeetwa 100 Meter
Autobahnmindestens 150 Meter

So machen Sie Ihr Fahrzeug startklar:

  1. Stromverbraucher ausschalten und Fahrzeug sichern. Schalten Sie alle elektrischen Verbraucher aus – Licht (außer Warnblinker), Radio, Lüftung, Klimaanlage, Sitzheizung. Legen Sie den Leerlauf ein (Automatik: Wählhebel auf „P“), ziehen Sie die Handbremse an und schalten Sie die Zündung aus.
  2. Starthilfegerät vorbereiten und anschließen. Öffnen Sie die Motorhaube und lokalisieren Sie die Batterie oder die vom Hersteller vorgesehenen Fremdstartpunkte – bei vielen Fahrzeugen sitzt die Batterie im Kofferraum oder unter dem Sitz, der Pluspol im Motorraum ist dann gekennzeichnet. Klemmen Sie zuerst die rote Klemme an den Pluspol, dann die schwarze Klemme an den Minuspol beziehungsweise Massepunkt. Erst danach das Gerät einschalten.
  3. Starten und prüfen. Befolgen Sie die Anweisungen des Herstellers und starten Sie den Motor. Klemmen Sie das Gerät nach dem Start in umgekehrter Reihenfolge ab: erst Schwarz, dann Rot. Überprüfen Sie außerdem regelmäßig den Ladestand des Geräts, damit es im Ernstfall einsatzbereit ist.

Falls Sie unsicher sind oder kein Starthilfegerät zur Hand haben, rufen Sie den Pannendienst. Unsere Pannenhilfe ist in der Regel innerhalb von 30 Minuten bei Ihnen und hat Starthilfe- und Batterietester an Bord.

Starthilfe mit Kabeln: der entscheidende Unterschied

Erfahrene Leser bemerken hier einen wichtigen Unterschied zur Starthilfe mit einem zweiten Fahrzeug und Starthilfekabeln. Wenn Sie das Pannenfahrzeug mit Hilfe eines Spenderfahrzeugs starten, müssen Sie beim Anschließen der Kabel eine feste Reihenfolge einhalten. Die Kabel sind rot und schwarz, an beiden Enden befinden sich Klemmen:

  1. Erste rote Klemme: an den Pluspol des Pannenfahrzeugs.
  2. Zweite rote Klemme: an den Pluspol des Spenderfahrzeugs.
  3. Erste schwarze Klemme: an den Minuspol des Spenderfahrzeugs.
  4. Zweite schwarze Klemme: nicht an den Minuspol des Pannenfahrzeugs, sondern an einen Massepunkt – eine blanke Metallstelle am Motorblock des Pannenfahrzeugs. Welche Stelle dafür vorgesehen ist, steht in der Betriebsanleitung.

Diese Reihenfolge ist wichtig: Eine falsche Verbindung kann zu Funkenflug direkt an der Batterie führen, an der sich beim Laden Knallgas bilden kann – Explosionsgefahr. Halten Sie sich deshalb strikt an die Anweisungen. Dann den Motor des Spenderfahrzeugs starten, kurz laufen lassen und erst danach das Pannenfahrzeug starten.

Ein Punkt, der oft übersehen wird: der Umgang mit Stromverbrauchern. Schalten Sie im Pannenfahrzeug nach dem erfolgreichen Start einen kräftigen Verbraucher ein – Gebläse oder Heckscheibenheizung –, bevor Sie die Kabel trennen. Das fängt Spannungsspitzen ab und schützt die Bordelektronik beider Fahrzeuge. Abgeklemmt wird in umgekehrter Reihenfolge: erst Schwarz am Massepunkt, dann Schwarz am Spender, dann die roten Klemmen.

Der eigentliche Startvorgang

Sie haben das Starthilfegerät gemäß Bedienungsanleitung angeschlossen. Einige Modelle verlangen zusätzlich das Drücken eines Boost-Knopfes; danach bleiben oft nur etwa 30 Sekunden, um den Startvorgang abzuschließen. Diese Details finden Sie in der Anleitung des Geräts. Jetzt starten Sie Ihr Auto wie gewohnt.

Prüfen Sie, ob der Motor rund läuft und nicht wieder ausgeht. Lassen Sie ihn ein bis zwei Minuten im Leerlauf laufen. Sobald Sie sicher sind, dass der Motor nicht abstirbt, trennen Sie das Gerät gemäß den Anweisungen des Herstellers von der Batterie. Achten Sie dabei auf heiße Teile im Motorraum.

Ihr Wagen läuft wieder – aber ein wichtiger Hinweis: Fahren Sie mindestens 20 Minuten, besser eine halbe Stunde, bevor Sie den Motor wieder abstellen. So hat die Lichtmaschine Zeit, die Batterie so weit zu laden, dass sie den Motor beim nächsten Mal selbstständig startet. Kurzstrecken mit vielen Verbrauchern reichen dafür nicht.

Wenn die Starthilfe nicht funktioniert: nächste Schritte

Was tun, wenn der Motor trotzdem nicht anspringt? Versuchen Sie es höchstens dreimal. Springt er dann immer noch nicht an, ist die Batterie stark beschädigt oder liegt die Ursache woanders – etwa am Anlasser, an der Lichtmaschine oder der Kraftstoffversorgung. Weitere Versuche können dann Schäden am Fahrzeug verursachen. In diesem Fall bleibt nur der Weg in die Werkstatt – per Abschleppdienst.

So hilft die Höhl Gruppe: Unsere Pannenhelfer bringen professionelle Starthilfegeräte und Batterietester mit und erkennen vor Ort, ob die Batterie nur entladen oder defekt ist. Eine neue Batterie können wir in vielen Fällen direkt einbauen. Springt das Fahrzeug nicht mehr an, schleppen wir es in unsere Meisterwerkstatt in Mannheim oder in die Werkstatt Ihrer Wahl – auch Hybrid- und Elektroautos, die auf ein Plateau gehören statt an ein Kabel. Notruf rund um die Uhr: 0621 844700. So vermeiden Sie Schäden durch unsachgemäße Starthilfeversuche und bekommen Hilfe, wenn Sie sie am dringendsten brauchen.

Verschiedene Hilfsmittel für die Starthilfe

Es gibt mehrere Arten von Geräten, die bei einer leeren Autobatterie helfen können.

Akku-Booster und Jump-Starter

Bisher ging es um Akkus, die speziell für die Starthilfe entwickelt wurden – Powerbanks, Akku-Booster oder Jump-Starter. Sie erfüllen genau diesen einen Zweck. Ihr großer Vorteil: Sie sind klein und handlich, vergleichbar mit Größe und Gewicht eines Starthilfekabels, und lassen sich im Auto mitführen. Ausnahme Winter: Lithium-Akkus vertragen Frost schlecht und verlieren Kapazität – im Winter besser mit ins Haus nehmen. Prüfen Sie regelmäßig, ob das Gerät noch ausreichend geladen ist. Und beachten Sie: Diese Geräte sind nicht dazu gedacht, die Autobatterie ganz oder teilweise aufzuladen.

Mobile Ladegeräte

Der zweite Gerätetyp sind Batterieladegeräte, die je nach Modell ebenfalls Starthilfe leisten können. Viele benötigen jedoch eine 230-Volt-Steckdose und funktionieren damit nur, wenn Ihr Fahrzeug in der Garage oder am Haus steht. Für unterwegs sind sie weniger geeignet, auch wenn es Modelle gibt, die nicht größer sind als ein Schuhkarton. Für die regelmäßige Ladungserhaltung bei wenig gefahrenen Autos sind sie dagegen ideal.

Solarladegeräte

Sind Sie unterwegs ohne externe Stromquelle, können Solarladegeräte eine Alternative sein. Sie stellen das Solarpanel auf und schließen es an die Batterie an. Beachten Sie aber die deutlich längere Ladezeit – eher Stunden als Minuten. Diese Lösung eignet sich eher zur Batterieerhaltung beim Camping oder auf langen Expeditionen als für die schnelle Starthilfe.

HilfsmittelGeeignet fürGrenzen
Akku-Booster / Jump-StarterStarthilfe unterwegs ohne zweites Fahrzeuglädt die Batterie nicht auf; Ladestand regelmäßig prüfen; frostempfindlich
StarthilfekabelStarthilfe mit Spenderfahrzeugzweites Auto nötig; Reihenfolge beim Anklemmen entscheidend
Ladegerät (230 V)Laden und Ladungserhaltung zu HauseSteckdose nötig; unterwegs kaum nutzbar
SolarladegerätLadungserhaltung beim Campingsehr lange Ladezeit; keine schnelle Starthilfe

Unser Tipp: Wenn Sie unterwegs nicht auf ein zweites Fahrzeug angewiesen sein möchten, auf Gewicht und Stauraum achten müssen und trotzdem sicherstellen wollen, dass Sie bei leerer Batterie nicht aufgeschmissen sind, ist ein Akku-Booster die beste Wahl.

Autobatterie entladen? So vermeiden Sie eine Panne

Ein paar abschließende Hinweise, um das Szenario von vornherein zu vermeiden: Autobatterien sind Verschleißteile, es ist normal, dass sie irgendwann getauscht werden müssen. Sie reagieren besonders empfindlich auf tiefe Temperaturen und lange Standzeiten. Wenn Sie sich in dieser Beschreibung wiedererkennen, ist ein Batteriecheck vor dem Winter oder vor der erneuten Nutzung des Fahrzeugs ratsam. Auch dafür steht Ihnen unsere Werkstatt zur Verfügung – zum Beispiel im Rahmen des Frühjahrschecks oder vor der Urlaubsfahrt, siehe unsere Auto-Checkliste für den Urlaub.

Und ein letzter Profi-Tipp: Keine Batterie verträgt eine Tiefentladung – den Zustand, in dem sie komplett leer ist. Um das zu vermeiden, schalten Sie alle elektrischen Verbraucher aus, wenn Sie das Auto abstellen, und kontrollieren Sie, dass kein Licht mehr brennt. Bei längeren Standzeiten von mehreren Monaten empfiehlt es sich, die Batterie an ein Erhaltungsladegerät zu hängen oder sie komplett abzuklemmen.

Haben Sie noch Fragen? Wir sind jederzeit für Sie da – per Telefon, E-Mail oder Kontaktformular.

Batterie leer? Wir bringen den Strom.

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