
Abschleppen auf der Autobahn: Regeln, Grenzen und Tipps
Wegen der hohen Geschwindigkeiten ist das Abschleppen auf der Autobahn nur unter engen Bedingungen erlaubt: ausschließlich bis zur nächsten Ausfahrt, nur wenn das Fahrzeug direkt auf der Autobahn liegen geblieben ist und eine Reparatur vor Ort nicht möglich war. Was sonst gilt, lesen Sie hier.
Am sichersten ist es, einen professionellen Abschleppdienst zu beauftragen. Wer dennoch selbst abschleppen möchte, sollte über ausreichende technische Kenntnisse verfügen – sonst drohen zusätzliche Schäden am Fahrzeug. Außerdem müssen die gesetzlichen Vorgaben der Straßenverkehrs-Ordnung (§ 15a StVO) genau eingehalten werden, um Bußgelder zu vermeiden. Die drei Grundvoraussetzungen auf einen Blick:
- Abgeschleppt werden darf nur bis zur nächsten Ausfahrt.
- Das Fahrzeug muss direkt auf der Autobahn liegen geblieben sein – mit einem Pannenfahrzeug im Schlepp auf die Autobahn aufzufahren, ist verboten.
- Eine Reparatur vor Ort ist nicht möglich.
In welchen Situationen ist ein Abschleppdienst auf der Autobahn notwendig?
Wenn Ihr Fahrzeug auf der Autobahn plötzlich stehen bleibt, ist das nicht nur ärgerlich, sondern gefährlich. In dieser Situation steht Sicherheit an erster Stelle – für Sie und für alle anderen Verkehrsteilnehmer. Halten Sie sich an diese Reihenfolge:
- Steuern Sie – wenn möglich – den Standstreifen an.
- Schalten Sie die Warnblinkanlage ein.
- Ziehen Sie eine Warnweste an, bevor Sie aussteigen.
- Stellen Sie ein Warndreieck auf (vorsichtig aussteigen, hinter der Leitplanke gehen, mindestens 150 Meter Abstand).
- Rufen Sie Hilfe: bei einem Unfall die Polizei unter 110, bei einer Panne den ADAC oder einen örtlichen Abschleppdienst – im Rhein-Neckar-Raum und der Vorderpfalz die Höhl Gruppe unter 0621 844700.
Doch was passiert als Nächstes? Dürfen Sie ein liegen gebliebenes Auto selbst von der Autobahn schleppen? Oder ist immer ein professioneller Abschleppdienst nötig? Die Antwort hängt davon ab, warum Sie stehen.
Abschleppen von der Autobahn nach einer Panne
Ein schwerwiegender technischer Defekt – Motorschaden, Ausfall der Elektronik, Getriebeproblem – macht die Weiterfahrt unmöglich, und auch die Pannenhilfe kann nichts mehr ausrichten? Dann ist das Abschleppen grundsätzlich erlaubt, sofern die Panne direkt auf der Autobahn passiert ist und sich vor Ort nicht beheben lässt.
Wichtig: Das abgeschleppte Fahrzeug darf nur bis zur nächsten Ausfahrt gebracht werden. Wer weiterfährt oder mit dem Gespann sogar auf die Autobahn auffährt, riskiert ein Bußgeld.
Abschleppen nach einem Unfall auf der Autobahn
Kommt es zu einem Unfall, bei dem Ihr Fahrzeug nicht mehr fahrbereit ist und den Verkehr gefährdet, darf ebenfalls abgeschleppt werden – wieder nur bis zur nächsten Ausfahrt. Nach einem Unfall ist ohnehin fast immer der Abschleppdienst die bessere Wahl: Beschädigte Lenkung, Bremsen oder Achsen machen das Schleppen am Seil unberechenbar. Wie Sie sich nach einem Unfall richtig verhalten, lesen Sie in unserem Ratgeber Autounfall – was tun?.
Kein Kraftstoff mehr: Abschleppen ist nicht der richtige Weg
Bleibt Ihr Fahrzeug wegen Kraftstoffmangel auf dem Standstreifen liegen, gilt das nicht als unvermeidbare Panne – wer mit leerem Tank auf der Autobahn hält, muss zudem mit einem Bußgeld rechnen. Abschleppen ist hier nicht die vorgesehene Lösung. Stattdessen genügt es, wenn ein Pannendienst Kraftstoff nachliefert; danach fahren Sie selbst weiter. Unsere Pannenhilfe bringt Benzin oder Diesel direkt an den Standstreifen.
Reifenpanne auf der Autobahn: den Profi rufen
Plötzliche Geräusche oder ein Ziehen zur Seite deuten oft auf einen Reifenschaden hin. In diesem Fall: Warnblinker einschalten, vorsichtig abbremsen und auf den Standstreifen fahren. Ist ein Reifenwechsel vor Ort nicht möglich – und auf dem Standstreifen ist er es fast nie sicher –, brauchen Sie professionelle Hilfe.
Rufen Sie am besten sofort einen Pannen- oder Abschleppdienst. Auf der Autobahn besteht durch vorbeifahrende Fahrzeuge ein erhöhtes Verletzungsrisiko. Deshalb: hinter der Leitplanke warten und Reifenwechsel oder Abtransport den Profis überlassen.
Selbst abschleppen oder doch lieber den Profi rufen – was ist auf der Autobahn sinnvoller?
Nach einer Panne auf der Autobahn dürfen Sie sich in bestimmten Fällen auch von einer Privatperson abschleppen lassen – bis zur nächsten Ausfahrt und anschließend zur nächstgelegenen geeigneten Werkstatt. Dafür müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein: Beide Fahrzeuge müssen zugelassen und versichert sein, beide Fahrer sollten einen gültigen Führerschein besitzen, und die Beleuchtung an beiden Autos muss funktionieren.
Gerade auf der Autobahn ist das Abschleppen jedoch alles andere als einfach. Fehlende Erfahrung oder technische Fehler – etwa ein falsch angebrachtes Abschleppseil oder ruckartiges Anfahren – können zusätzliche Schäden verursachen oder gefährlich werden. Deshalb spricht vieles für den professionellen Abschleppdienst, besonders auf der Autobahn:
- Schnelle und erfahrene Hilfe – ob durch Reparatur vor Ort oder sicheren Abtransport.
- Rechtssicherheit – Sie vermeiden Bußgelder durch fehlerhaftes Abschleppen.
- Mehr Sicherheit im dichten und schnellen Verkehr.
- Ausgerüstet für größere Schäden – auch bei defekten Bremsen, Lenkung oder Elektronik.
- Geeignetes Equipment für alle Fahrzeugtypen – vom Pkw über Wohnmobile und Motorräder bis zum Lkw.
- Freie Wahl der Werkstatt – Sie müssen nicht zwingend zur nächstgelegenen.
So funktioniert ein professioneller Abschleppdienst – Ablauf und Vorgehensweise
Dank jahrzehntelanger Erfahrung – seit 2014 als Mobilitätspartner des ADAC – hat die Höhl Gruppe einen klar strukturierten Ablauf für das Abschleppen von Fahrzeugen. Ob Pkw, Lkw, Wohnmobil oder Motorrad: Auch das Abschleppen von der Autobahn läuft bei uns nach demselben Schema.
- Kontaktaufnahme: Sie, Ihre Versicherung oder der ADAC nehmen telefonisch Kontakt mit unserer Einsatzzentrale auf.
- Klärung der Details: Wir besprechen Standort, Zustand des Fahrzeugs, Fahrzeugtyp, gewünschten Zielort, Kosten und eine mögliche Kostenübernahme durch ADAC oder Versicherung.
- Auftragserteilung: Sobald alle Punkte geklärt sind, wird der Abschleppauftrag erteilt.
- Einsatz startet: Ein passendes Abschleppfahrzeug macht sich auf den Weg. Der Fahrer informiert Sie über die voraussichtliche Ankunftszeit.
- Ersteinschätzung vor Ort: Wir prüfen den Zustand Ihres Fahrzeugs – kleinere Probleme werden, wenn möglich, direkt behoben.
- Sicherer Transport: Falls nötig, wird das Fahrzeug verladen, gesichert und – gern gemeinsam mit Ihnen in der Kabine – zum Zielort gebracht.
- Übergabe: Nach dem Abladen übergeben wir Ihr Fahrzeug samt Schlüssel und Unterlagen an die Werkstatt.
Den Ablauf im Detail beschreiben wir im Ratgeber Abschleppdienst im Einsatz.
Wichtige Regeln und Hinweise beim Abschleppen auf der Autobahn
Abschleppseil oder Abschleppstange – was ist erlaubt?
Wenn das Abschleppen auf der Autobahn zulässig ist, dürfen Sie entweder ein Abschleppseil oder eine Abschleppstange verwenden. Beide Methoden haben Vor- und Nachteile:
| Abschleppseil | Abschleppstange |
|---|---|
| Die Bremsen des Pannenfahrzeugs müssen funktionieren. | Das Pannenfahrzeug kann nicht auf das Zugfahrzeug auffahren – mehr Kontrolle. |
| Das Seil muss immer straff bleiben, damit die Verbindung sicher ist. | Das Zugfahrzeug bleibt stabiler, das gezogene Fahrzeug besser in der Spur. |
| Der hintere Fahrer muss bei Bremsmanövern schnell reagieren. | Lenken und Bremsen sind für den hinteren Fahrer leichter, da keine schnelle Reaktion nötig ist. |
| Gummielemente oder Federn im Seil federn den Ruck beim Anfahren ab. | Beim Anfahren und Abbremsen ist der Ruck stärker spürbar – weniger komfortabel. |
| Einfacher zu handhaben, besonders bei kleinen Fahrzeugen. | Sperriger und teurer, dafür sicherer. |
Wichtige Hinweise beim Abschleppen
- Abschleppseil oder -stange müssen für das Gewicht des Pannenfahrzeugs geeignet sein, dürfen nicht schräg angebracht werden und sollten gut sichtbar markiert sein, zum Beispiel mit einem roten Tuch.
- Zug- und Pannenfahrzeug sollten möglichst ähnliche Größe und ähnliches Gewicht haben.
- Die Lenkung des Pannenfahrzeugs muss einwandfrei funktionieren.
- Vor dem Abschleppen beim Pannenfahrzeug die Handbremse lösen, den Gang herausnehmen und die Zündung auf Stufe 1 stellen, damit das Lenkradschloss nicht einrastet.
- Die Warnblinkanlage muss an beiden Fahrzeugen eingeschaltet sein.
- Richtungsänderungen werden per Handzeichen aus dem Fenster angezeigt, da der Blinker bei laufender Warnblinkanlage nicht erkennbar ist.
Achtung: Bei Fahrzeugen mit Automatikgetriebe, Allradantrieb sowie bei Hybrid- und Elektroautos kann das Schleppen zu Überhitzung oder Schäden am Antrieb führen. Prüfen Sie in der Betriebsanleitung, ob und wie das Abschleppen erlaubt ist. Im Zweifel: Abschleppdienst rufen.
Welche Geschwindigkeit gilt beim Abschleppen auf der Autobahn?
Die StVO legt keine Höchstgeschwindigkeit für das Abschleppen fest. Der ADAC empfiehlt jedoch, höchstens 50 km/h zu fahren. Der Grund: Ohne laufenden Motor sind beim Pannenfahrzeug wichtige Systeme wie Bremskraftverstärker, Servolenkung und Getriebekühlung nicht aktiv – Bremsen und Lenken erfordern deutlich mehr Kraft. In der Schweiz gilt eine gesetzliche Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h für das Abschleppen. Eine niedrige Geschwindigkeit verlängert die Reaktionszeit beider Fahrer und sorgt für mehr Sicherheit.
Achtung bei Automatikgetriebe, Allradantrieb und Elektroautos
Die Art des Antriebs spielt eine entscheidende Rolle beim Abschleppen. Bei Automatikfahrzeugen ist besondere Vorsicht geboten: Sie dürfen meist nur in der Wählhebelstellung „N“ und über eine begrenzte Strecke geschleppt werden, weil das Getriebe ohne laufenden Motor nicht geschmiert und gekühlt wird. Zu hohe Hitzeentwicklung kann schwere Getriebeschäden verursachen.
Einige Automatik- und Allradfahrzeuge bieten eine spezielle Funktion, mit der die Verbindung zwischen Antriebsachse und Getriebe getrennt wird. Details dazu stehen in der Betriebsanleitung des Fahrzeugs. Bei permanentem Allradantrieb ist Schleppen mit angehobener Achse tabu – hier hilft nur das Plateaufahrzeug.
Bei Elektrofahrzeugen ist das Abschleppen mit Seil oder Stange in der Regel nicht zulässig. Die rollenden Räder treiben den Elektromotor an, der dann wie ein Generator arbeitet. Fließt diese Energie ohne aktivierte Steuerelektronik, können Induktionsspannungen die Hochvolt-Komponenten und die Steuerelektronik beschädigen. Elektroautos gehören deshalb auf ein Plateaufahrzeug – so transportieren wir sie auch.
Höhl Gruppe auf der A6, A61, A65 und A656: Von unseren Standorten Mannheim, Heidelberg, Ludwigshafen, Speyer und Weinheim aus erreichen wir die Autobahnen im Rhein-Neckar-Raum und in der Vorderpfalz auf kurzem Weg. Unsere Plateaufahrzeuge nehmen Automatik-, Allrad- und Elektroautos auf, ohne dass ein Rad rollt – kein Risiko für Getriebe oder Hochvolt-Technik. Und anders als beim privaten Schleppen endet der Transport nicht an der nächsten Ausfahrt, sondern in der Werkstatt Ihrer Wahl. Notruf rund um die Uhr: 0621 844700.
Häufig gestellte Fragen
Kann man selbst abschleppen oder braucht man immer einen professionellen Abschleppdienst?
Bleibt Ihr Auto auf der Autobahn liegen und lässt sich der Schaden nicht vor Ort beheben, dürfen Sie es privat abschleppen – aber nur bis zur nächsten Ausfahrt und anschließend zur nächstgelegenen Werkstatt. Ein professioneller Abschleppdienst verlädt das Fahrzeug und darf es auch weiter über die Autobahn transportieren, denn ein verladenes Fahrzeug wird nicht „geschleppt“, sondern befördert. Bedenken Sie zudem: Sich auf der Autobahn außerhalb des Fahrzeugs zu bewegen, ist sehr gefährlich. Ein Abschleppdienst verringert dieses Risiko.
Was kostet ein Abschleppdienst auf der Autobahn?
Die Kosten variieren je nach Region, gefahrener Kilometerzahl und Art des Abschleppens. Größere Fahrzeuge wie Lkw oder Wohnmobile benötigen spezielle Ausrüstung, was die Kosten erhöht. Nachts und an Wochenenden fallen in der Regel Zuschläge an. Das Abschleppunternehmen kann Ihnen die voraussichtlichen Kosten meist direkt am Telefon nennen. Die Höhl Gruppe rechnet auf Wunsch direkt mit Ihrer Versicherung oder dem ADAC ab.
Welche Ausrüstung wird zum Abschleppen benötigt?
Wenn Sie selbst abschleppen möchten, brauchen Sie ein Abschleppseil oder eine Abschleppstange sowie eine gut sichtbare Markierung, zum Beispiel ein rotes Tuch. Eine Abschleppstange ist sicherer, aber sperriger und teurer als ein Seil. Verlassen Sie nach einer Panne oder einem Unfall das Fahrzeug, ziehen Sie immer eine Warnweste an und stellen Sie ein Warndreieck in ausreichendem Abstand auf – auf der Autobahn mindestens 150 Meter.
Was tun, wenn das Fahrzeug beim Abschleppen Schaden nimmt?
Beim Abschleppen können zusätzliche Schäden entstehen – zum Beispiel, wenn das gezogene Fahrzeug bei einer starken Bremsung auf das Zugfahrzeug auffährt. Schäden am eigenen Fahrzeug übernimmt die Kfz-Versicherung beim privaten Abschleppen häufig nicht oder nur eingeschränkt; Schäden am fremden Fahrzeug laufen über die Haftpflicht des Verursachers. Beim privaten Abschleppen ist deshalb besondere Vorsicht geboten.
Professionelle Abschleppdienste sind für Schäden, die während des Abschleppens entstehen, speziell versichert. Solche Schäden sind allerdings selten, weil erfahrene Fahrer das Fahrzeug fachgerecht verladen und sichern.
Quellen: § 15a StVO (Abschleppen von Fahrzeugen), § 18 StVO (Autobahnen und Kraftfahrstraßen), Empfehlungen des ADAC zum Abschleppen. Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung.
Auf der Autobahn liegen geblieben?
Bleiben Sie hinter der Leitplanke und rufen Sie uns an. Unsere Einsatzzentrale in Mannheim ist rund um die Uhr besetzt und schickt das passende Fahrzeug – vom Pkw-Plateau bis zum Schwerlast-Bergefahrzeug.
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